Tagebuch Yves AIKIDO-AG

in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören
am Sommerhoffpark, Frankfurt

Hallo! Wer mich noch nicht kennt: Mein Name ist Yves Krüger. Ich bin 1. Dan Seishinkai Aikido und übe seit 2000. Seit 2011 bin ich anerkannter Kinder-Aikido Trainer und leite im Seishinkai verantwortlich zwei Kindergruppen.

Seit 2008 interessiere ich mich für die Gebärdensprache für Gehörlose, habe auch etliche Kurse besucht, um diese Sprache zu lernen.

Dieser Kurs in der Förderschule in Frankfurt ist mein erster Versuch, die Gebärdensprache und mein Aikido zusammenzubringen.



29.02.2012

Ich ging ins Hauptgebäude der Schule, um die angemeldeten Kinder für meine AIKIDO-AG einzusammeln. Die AG besteht aus 12 Kindern (leider limitiert durch die räumlichen Gegebenheiten) sowie einer Praktikantin und einer Bundesfreiwilligendienstleistende.

Wir mussten unseren klapprigen Mattentransportwagen gegen einen stabileren tauschen - der allerdings mit schweren Metalltischen besetzt war. Anpacken war also angesagt – mal sehen wer sich drückt und wer die Aktion mit durchzieht, ohne zu murren und angetrieben zu werden.

Dann noch alle Mann sich umziehen, Sportklamotten an und ab mit unserem neuen Mattenwagen inkl. Matten zum Gebäude B, in unseren umfunktionierten Trainingsraum - unserem DOJO. Dort angekommen noch einmal alle mit anpacken und Tische und Stühle beiseite räumen, um Platz zu schaffen für unsere Matten, die wir gemeinsam nun im Raum verteilten.

Begonnen haben wir mit einer Runde zum Kennenlernen. Dazu kamen die Kinder einzeln nach vorn und schrieben Ihre Namen auf die Tafel und sollten mir eine Sache sagen, die Sie gerne mögen (damit ich mir ein anfängliches Bild von der Persönlichkeit machen und mir die Namen besser merken kann).

Um etwas Theorie und ein paar anfängliche Regeln kommen wir nicht herum:
-  Was ist ein DOJO (unser DOJO)?
-  barfuß und mit einer Verbeugung die Matten betreten
-  im Seiza sitzen und die entsprechende Haltung
-  Anfangsritual (angrüßen) – verbeugen und in die Hände klatschen

Für den Anfang ist das genug, wir werden in den nächsten Stunden weitere Regeln erarbeiten und die Rituale ausfeilen!
Dann habe ich erst mal den Unterschied zwischen AIKIDO und anderen Kampfkünsten erklärt. Warum haben wir keine Schlagtechniken, warum gibt es keinen Verlierer im AIKIDO und wofür soll das gut sein? Wie werden wir so zu besseren Menschen und kommen zu Frieden.

Zwei Rollen sind im AIKIDO zu üben:
-  Wer oder was ist TORI -> der Werfende -> derjenige, der die Technik ausführt und noch mehr …
-  Wer oder was ist UKE -> der Angreifer -> der Geworfene oder derjenige, der gehebelt wird und
    noch mehr …

Praktische Arbeit:
-  Mae Ukemi aus verschiedenen Höhen (im Knien, im Stehen mit Händen auf der Matte und
   aus dem Stehen direkt)
-  Ushiro Ukemi aus verschiedenen Höhen (aus dem Sitzen, evtl. mit Hilfestellung am Arm,
   im Knien, im Stand und schließlich mit Rückwärts laufen )

Ruckizucki war die Zeit um, schnell mussten wir gemeinsam die Matten wieder abbauen und die Tische und Stühle an den alten Platz rücken.


Ziele:

-  Erlerntes wiederholen, um es zu vertiefen und zu verbessern
-  Rituale verfeinern und erweitern
-  Gebärdensprache mehr in den Trainingsablauf integrieren



Eindruck:

Den Kindern hat es Spaß gemacht, sie waren aufmerksam und motiviert!

Die begleitende Lehrerin war begeistert, hat mir gesagt, dass ich gut und verständlich über meine Gestik und Mimik anleiten kann und der Rest wurde gut verstanden, da meine Aussprache deutlich und langsam genug sei und somit gut von den Lippen gelesen werden konnte.

Die Praktikantin und die Bundesfreiwilligendienstleistende fanden es ebenfalls toll und wollen beim nächsten Mal auch aktiv mit üben ;-)