Bericht vom Frauen in Bewegung - Kampfkunstfestival 19. – 21.04.2013


Auch, wenn dieses Ereignis gerade für einen Blog schon lange lange her ist, möchte ich es nicht ganz versäumen, hiervon zu berichten :-)

Ich hatte das außerordentliche Vergnügen, am diesjährigen Kampfkunstfestival von Frauen in Bewegung e.V. aus Frankfurt teilzunehmen – als Trainierende und als Trainerin.

Nach 2011 war dies das 2. Festival seiner Art. 13 Trainerinnen aus ganz Deutschland zeigten sich mit verschiedensten Kampfkünsten, von Qi Gong und Tai Chi über Taekwondo, Pentak Silat und andere phillipinische Kampfkünste, Boxen, Hap Ki Do und Aikido bis hin zu so ungewöhnlichen Spielarten wie Kämpfen mit dem Fächer oder Taekwon Dance. Die 106 Teilnehmerinnen, von Jugendlichen bis hin zu 60plusern, kamen ebenfalls aus ganz Deutschland. 
Nach dem Willkommenstraining am Freitagabend wurden uns am Samstag und Sonntag insgesamt 36 Trainingseinheiten angeboten, wobei die Morgentrainings jeweils 1 Stunde, die übrigen Trainingseinheiten 1 ¼ Stunden dauerten. In jedem Zeitabschnitt konnten wir zwischen vier verschiedenen Trainings wählen – nicht immer die leichteste Aufgabe. Einfacher war es Samstag und Sonntag morgens, da gab es jeweils ein ruhiges und ein dynamischeres Morgentraining zur Auswahl.
Aikido fand großen Anklang, es waren 25 Frauen in meinem Workshop. Ich wollte ihnen die Gelegenheit bieten zu erleben, wie Aikido sich anfühlt, und habe daher vor allem mit Grundlagen – Übungen rund um kokyo nage gearbeitet. Aus den Rückmeldungen zu schließen, ist mir das auch gelungen. :-)

Auch für das Morgentraining, zu dem sich am Sonntagmorgen um 8 Uhr immerhin 16 Frauen aufgerafft haben, bekam ich viel positive Rückmeldung. Hier habe ich nach einem Wachklopfen entlang der Meridiane aus dem großen Schatz unserer Aufwärmübungen geschöpft und das ganze abgerundet mit Partnerübungen zu Kontakt und Gleichgewicht.

Ein Höhepunkt war zweifellos die Demo am Samstagabend. Sunny Graff hatte alle Teilnehmerinnen nachdrücklich ermutigt, sich zu zeigen, gerne auch mit gerade Erlernten.
Ich konnte mit Jenna Limbach, Schülerin im Aikido Zentrum Offenbach, eine kleine Aikido – Vorführung sowie Schwert, Kihon Dachi, zeigen. Auch hierzu kamen begeisterte Rückmeldungen.
      
Dieser Abend war charakteristisch für den Geist der ganzen Veranstaltung – einem Geist, der dem Grundgedanken unseres Seishinkai Aikido sehr verwandt ist: Wir feiern gemeinsam das Erreichte, indem wir uns zeigen und unsere Erfahrungen miteinander teilen. Dabei war das Festival getragen von einer herzlichen, offenen und sehr wertschätzenden Atmosphäre, maßgeblich inspiriert durch die Leiterin Sunny Graff. Die in allen Bereichen ausgesprochen professionelle Organisation durch Mitglieder von Frauen in Bewegung e.V. trug wesentlich dazu bei, dass in den Trainings sehr konzentriert und auf hohem Niveau geübt werden konnte.
Auch unter den Trainerinnen, die sich am Freitag- und Samstagabend bei Trainerinnentreffen auch außerhalb des Trainings näher kennen lernen konnten, herrschte beste Stimmung, große Neugier auf die Arbeit und die Erfahrungen der Anderen und entsprechend reger Austausch untereinander – eine große Inspiration, so vielen kompetenten und langjährig tätigen Kampfkünstlerinnen zu begegnen!
Es ist genau diese Offenheit, gepaart mit Herzlichkeit, aber auch entspannter Professionalität, der dieses Festival für mich zu einem wunderbaren Erlebnis machte.
Und so freue ich mich auf das nächste Frauen Kampfkunstfestival in 2015. Ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht viele Aikido – Frauen dazu verlocken konnte, dann auch mit dabei zu sein!
Annette Röllig, Aikido Zentrum Offenbach