Ausdehnung - Der Intensivlehrgang Herbst 2014

Erfreuliche Fülle im Dojo, jeder Platz ist mit Paaren besetzt, die üben. Alle sind in Bewegung.

Die thematische Vorgabe, die uns das gesamte Wochenende als beständiges Thema begleitet, lautet Ausdehnung. Ob in Ikkyo oder Shiho nage, in Kokyu nage oder Koshi nage – das Prinzip der Ausdehnung ist nicht auf eine bestimmte Technik beschränkt, es ist ein in der Verwirklichung anspruchsvolles Mittel zur Ausführung unserer gemeinsamen Bewegungen. Es ist Orientierung für unser Verhalten sei es als Uke oder als Tori, in Omote genau wie in Ura. Es ermöglicht eine anspruchsvolle gemeinsame Kooperation, in der wir uns nicht mühsam an intellektuellen Vorstellungen oder theoretischen Abwägungen orientieren müssen, sondern es ist das Prinzip, das die Orientierung selbst zur Verfügung stellt. Es ist Fülle in unserem Tun. Nichts muss erdacht oder gewusst werden. Nur nicht in der Präsenz oder der Aufmerksamkeit "flackern"!

Selbstverständlich ist das nicht einfach. Die Steifheit des Körpers, das Einrasten in Vorstellungen und Positionen will überwunden werden. Schon die Qualität unseres Griffs bewirkt entscheidende Veränderungen in der Qualität unserer Begegnungen.

Ein wunderbares Mittel sich dem anzunähern, ist unvoreingenommene Offenheit. In der Gruppe ist dies in gutem Maße vorhanden. Alle Partner üben mit Hingabe und Neugier. Der Raum dampft vor Fülle und Schweiß. Die Schüler und Dojoleiter, die aus den Schwesterdojos Vluyn, Neu-Ulm, Baden-Baden und Offenbach gekommen sind, sowie unsere  Gäste aus weiteren Gruppen, füllen den Raum mit ihrem Engagement, ihrer Lust zur Erkundung, zum Bewegen; keiner, der sich verweigert, der im Rahmen seiner Erfahrung und Trainiertheit sich nicht ganz einlässt auf die Inhalte und Formen, die Thorsten anbietet.

In guter Stimmung verläuft auch der angesichts der vielen Kandidaten zeitlich straff ablaufende Passagen-Lehrgang am Sonntag. Noch nie zuvor haben wir ein so "wuchtiges" Boot abgehalten, bzw. erlebt. Es sind so viele Leute anwesend, dass einen Großteil der Zeit ungewohnte drei Paare zugleich in der Mitte aktiv sind.  

Zeitweise wirbeln die Paare in einer Weise durch einander, dass es einem, am Rande sitzend, schwer fällt, wahrzunehmen was denn eigentlich gerade geschieht. Dennoch kann die Gruppe auch diese chaotische Energie gut halten und beim Abschluss des Lehrgangs machen alle einen ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck.