Hommage an die Gemeinschaft - Herbstlehrgang und Herbst-Passagen 2018


Schon seit dem Aikido Sommer 2018 wächst in mir das Bedürfnis einmal die Leute zu ehren, die sich auf unseren Lehrgängen einfinden und mit uns wunderbare Tage des Studiums und der gemeinsamen Entwicklung teilen. Intensive Zeiten in denen sich Gelerntes kondensieren lässt, und neue Erfahrungen gemacht werden (dürfen).

Ich bewundere die Reife aller Teilnehmer, deren Shoshin (Anfängergeist) und zugleich deren Gemeinschaftssinn. Beides war während des diesjährigen Herbstlehrgangs, den der Seishinkai am Wochenende vom 20./21.Oktober in den neuen Räumen des Frankfurt Seishinkai veranstaltet hat, sehr deutlich spürbar. 

Es war schön zu erleben, wie gut geerdet, schlicht und fokussiert alle in echte Resonanz mit Thorsten Schoos Unterricht gegangen sind. Wie alle in ihrem Training, in der Begegnung mit ihren Partnern bereit waren, ihre eigene Persönlichkeit zu zeigen, während sie zugleich stark genug waren, sich immer auch persönlich in Frage zu stellen und Wege des Umgangs mit dem zu erkunden, was ihnen begegnete. 

Viel Freude bereiteten mir die Treue und Unkompliziertheit mit der Leute auch von sehr weit her – Berlin, ja sogar Norwegen – zum Lehrgang aufgetaucht sind. Das gilt auch für den Besuch von treuen Freunden aus anderen Frankfurter Gruppen. Es ist schön zu wissen, dass es solche Verbindungen gibt.

Es war erfrischend mit allen zu trainieren und die wunderbaren Angebote zu erkunden und  auszukosten, die uns Thorsten Schoo im Verlauf des Lehrgangs gemacht hat. 

Unermüdlich strebt Thorsten auf seinem Weg in unerkundetes Terrain voran. Stark verwurzelt im Ursprung seines langjährigen, intensiven Aikido-Studiums und zugleich weit über das bekannte Spektrum des Aikido hinaus, ist er immer auf der Suche nach den Prinzipien, die aller menschlichen Bewegung körperlich, geistig und emotional zugrunde liegen und die universell anwendbar sind.

Das bei ihm Gelernte bewährt sich im Alltag, wo Tag für Tag geistige und seelische Beweglichkeit, eine aufrechte Haltung, gute Atemarbeit und Entspannung erforderlich sind, und die ihre Grundlage in einer guten Körperintelligenz haben. Dieses Training zahlt sich in der Realität aus. 

Auch Thorstens ältere Schüler, die er inzwischen zu Trainern und Lehrern ausgebildet hat,  sind zu beachten. Ihr Unterricht wiederum hat ihre Schüler so gut auf die saisonalen Lehrgänge und die Passagen vorbereitet.

Im Verlauf des Lehrgangs wurde dies im persönlichen Training miteinander immer wieder deutlich und entfaltete sich schließlich während der sonntäglichen Passagen in einem ganz besonders schönen Feuerwerk!

Der junge Mann auf der Schwelle zum Erwachsensein, der seine Partner in aller Frische und Neugier und mit einer Mischung leichten Erstaunens und Ehrfurcht vor dem Geschehen durch die Abfolge der in der Passage abgefragten Techniken und später im Boot durch freie Bewegungen führt.

Im starken Kontrast und mit der gleichen Berechtigung sehen wir wenig später die ebenfalls junge Frau, unübersehbar zart und zierlich, ganz dem weichen Element hingegeben, wie sie ihre Partner auf ihre ganz eigene Weise und mit einer gewissen Vornehmheit bewegt. Dabei entgeht uns nicht das gelegentliche Funkeln in ihren Augen, der Humor, mit dem sie sehr angemessen den entstehenden Herausforderungen Respekt zollt. 

Was für ein Kontrast wird schließlich sichtbar in den zwei Männern, die auf ihrer Suche nach fließenden, harmonischen Bewegungen deutlich mit ihrer eigenen Stärke ringen, sich im Zaum zu halten trachten, sich ganz der Herausforderung widmen, dieses ihrer Geschichte entsprechend eher fremde und ungewohnte Terrain zu erkunden. 
Immer wieder schießt ihnen in der Aufregung das schon bekannte Lösungsschema dazwischen. Dennoch verzichten sie darauf, einfach in schon Bekanntes zurück zu verfallen. Lieber stellen sie sich der Unerträglichkeit des Unbekannten, des noch Unausgereiften, als an einem Ort zu verharren, den sie schon übermäßig gut kennen. 

Bewegung ist ganz eindeutig die Lösung und das Ziel.

Wir freuen uns schon auf ein nächstes Mal! 

Am Besten gleich bei den Aikido Sessions,
sonst im Frühjahr wieder!